14.1.2012 OSCe beim TeTeTe
Es war einmal ein kleiner Junge, er vor allem auf dem Schulhof Tischtennis spielte und auch mal am Finalturnier des TT teilnehmen wollte. Da er aber nicht aktiv TT spielte, ging er niemals zu einem Qualifikationsturnier.
Ca. 30 Jahre später.
Der „kleine Junge“ spielt jetzt beim OSC und verabredete sich mit einem Mannschaftkollegen zum 1.Qualifikationsturnier der 52. Auflage des beliebten Breitensportturniers TTT in der Alterklasse Senioren 40 ( – wie alt das klingt). Dieses Turnier ist offen bis 1.KK und ermittelt in 4 Qualifikationsturnieren 16 Finalisten in unterschiedlichen Alterklassen. Das mit dem Breitensport wurde diesmal insofern umgesetzt, als dass ein einziger vereinsloser Spieler in meiner Altersklasse sein Glück versuchte, allerdings mit dem erwarteten Ergebnis – viel Erfahrung gesammelt.
Leider musste der Mannschaftskollege kurzfristig absagen. Da fuhr ich halt allein nach Weißensee, um mit 23 anderen TTT-Fans um 4 Plätze für das Finalturnier zu kämpfen. Darunter waren mindestens 2 aktive Spieler der 1.KK und ein weiterer mit Niveau der 1.KK, der aber zur Zeit nicht aktiv spielt und sich aber in den letzten Jahren regelmäßig für das Finalturnier qualifizierte. Auch diverse Noppen-Haie schwammen im Pool mit. Also war Platz 4 der Traum eines mittelmäßigen Spielers der 3.KK.
In der Vorrunde hatte ich schon der ersten Spieler der 1.KK. Da konnte ich zwar 2 Sätze lang gut mithalten, nutzte aber meine Chancen nicht konsequent genug. Die anderen beiden Gruppengegner spielten wie ich wohl 3.KK oder niveaugleiche Staffeln der Kirchenliga, Betriebssportgemeinschaften oder ähnliches - zweimal 3:0 und ich war in der Hauptrunde. Danach trafen die Organisatoren eine für manche Gruppensieger folgenschwere Entscheidung. Neben den 1. und 2. der Gruppen wurde noch die 4 punktbesten 3. für die Hauptrunde qualifiziert. Und zwei dieser Gruppendritten schafften es doch wirklich Gruppensieger im Achtelfinale aus dem Rennen zu werfen – unter anderem Noppenspieler mit denen ich wahrscheinlich große Probleme gehabt hätte.
Ich traf im Achtelfinale auf den nicht aktiven Spieler mit 1.KK – Niveau. Und die ersten Bälle ließen schlimmes erahnen – Rückhandtopspin, Vorhandtopspin auf jeden meiner Bälle. Einzig mein Gegenangriff auf Topspin in meine Vorhandseite hielt mich halbwegs im Spiel. Mein Gegner hatte zwar eine sehr gute Technik, aber sein allgemeiner Fitnesszustand führte mit zunehmender Spieldauer zu Unkonzentriertheiten und bei Konterangriffen war er einfach nicht schnell genug am Ball. Irgendwie ging der erste Satz an mich. Als dann ab dem 2.Satz sogar Topspins auf seinen Aufschlag 2-3 mal im Ziel landeten, glaubte ich an meine Chance. Ich wusste, dass ich manchmal bei 2:0 gegen Favoriten überdrehte und noch Spiele vergeigte. Und der 3.Satz begann dann auch mit 1:5. Aber bei 10:10 wusste ich, das ist meine Chance – und ich nutzte sie.
Das Kampfgericht hatte wohl meinen, ihnen von TTT-Finalen bekannten Gegner mit dem Spielbecher erwartet – sie fanden es schon erstaunlich, dass ich den Becher nach dem Spiel ablieferte. Dann hatten sie auch noch eine Überraschung für mich parat. Mein Viertelfinalgegner war einer der Gruppendritten, die nachträglich qualifiziert wurden. Sollte ich wirklich so viel Glück haben oder war die Vorrundengruppe meines Gegners so stark besetzt? Auf jeden Fall qualifizierte sich der Sieger des nächsten Spiel für das große Finalturnier des TTT im Mai.
Im Viertelfinale kam es dann zu einem Nervenspiel mit viel Geschupfe in die Rückhand, um dem Gegner möglichst wenig Chancen zu geben. Dabei machte ich weniger Fehler als mein Gegner und hatte auch den etwas variableren Aufschlag, der mir einige Service-Winner brachte. Auch hatte ich meinen Gegner gut im Blick, wenn er auf der Rückhandseite auf Vorhand umspringen wollte und konnte ihn dann einige Male gut ausplatzieren. In Summe lag ich nach zwei knappen Sätzen 2:0 in Front. Vor dem letzten Satz hatten mein Gegner dann insgesamt 3 Coaches an seiner Seite, die ihm Tipps gaben, wie man mich am besten ausspielt. Dabei war auch ein ehemaliger Gegner aus der 3.KK der vorigen Saison (er trat in einer anderen Altersklasse an und erreichte wohl auch das Finalturnier), der also wusste, wie ich spiele. Da ich aber das letzte Spiel gegen diesen „Coach“ gewinnen konnte, lächelte ich innerlich und dachte mir, bei dem Coach muss ich jetzt wohl gewinnen. Und wirklich machte ich im 3.Satz mit wenigen Fehlern und einigen Überraschungsangriffen kurzen Prozess und konnte singen: „FINALE“. Der Traum des kleinen Jungen hatte sich erfüllt.
Im Halbfinale des Qualifikationsturniers spielte ich dann noch gegen den 2. des letztjährigen TTT. Dessen Niveau muss ich aber erst im Mai erreichen. Mit Platz 3 war ich mehr als zufrieden.
Ab jetzt beginnt die Vorbereitunsgphase auf das Finalturnier. Mal sehen welche Trainer sich jetzt bei mir melden und mich dann beim großen Finale coachen wollen.
Michael L.


